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Gérard Depardieu und der Geist des Weines

Der frühe Erfolg hatte auch seine Schattenseiten © Yurok Aleksandrovich - Fotolia.com

Gérard Depardieu kann es nicht lassen © Yurok Aleksandrovich - Fotolia.com

Er ist ein ganz großer im auswendig Lernen, doch der Verzicht gelingt ihm nicht. Kann Gerard Depardieu sein Leben noch beherrschen? Wird er je vom Alkohol los kommen? Sämtliche Medien berichteten über die neueste Entgleisung des Schauspielers auf dem Weg nach Dublin. Das Flugzeug stand kurz vor dem Start, die Turbinen brummten, alle im Flieger waren angeschnallt, nur einer schnallte sich ab, und verkündete lautstark er müsse nun pinkeln. Der Hinweis, er möge doch bitte bis nach dem Start warten, wirkte nicht so sehr, wie der vorab getrunkene Alkohol wieder raus wollte, und die Vernunft verdrängte. Mitten im Gang erleichterte sich der Star, und setzte sich anschließend wieder, als sei nichts geschehen. Man meint er hätte dies angemeldet: denn dem Focus gab er einst ein Interview, und war nicht zimperlich in seiner Wortwahl, als er behauptete: ’Natürlich mache ich einen Roten zum Pissen’.

Gerard Depardieu, ein umwerfender „Cyrano de Bergerac“, fleischgewordener Obelix und doppelter „Daddy Cool“, so facettenreich und grandios. Doch leider fällt der Schauspieler seit langem schon nicht mehr nur durch seine Künste, sondern wegen seines Alkoholkonsums auf, und diesmal eben mit Karacho. Ganz peinlich.

Sein Leben verlief nicht immer einfach, so erkannte man laut Medienberichten, schon in der Schule einige Probleme bei dem Sohn eines Blechschmieds. Depardieu hatte Sprachstörungen, soll aufsässig und labil gewesen sein. Mit 13 verließ er sein Zuhause und die Familie und begann eine Lehre.

Kurz bevor er tief in die Kriminalität abrutschte und ihm sogar das Jugendheim drohte, ging er nach Paris um Schauspieler zu werden. Und er wurde einer der Besten.
Unzähligen Filmen drückte er seinen unverwechselbaren Stempel auf, ist in der ganzen Welt bekannt geworden, wie nur wenige seiner Landsmänner. Verkraftet hat er das wohl nicht.

Der Geist des Weines zieht in scheinbar magisch an. So kaufte Monsieur Depardieu sich einfach ein eigenes Weingut in seiner Heimat, das Chateau de Tigné, dessen gekelterten Roten er am liebsten selber trinkt. Von vier bis sechs Flaschen am Tag ist da die Rede. |Anm.: Gesundheitlich extrem riskant. Inzwischen sind es mehrere Weingüter auf denen er sein Leibgetränk anbauen und keltern lässt. Im oben erwähnten Interview sagte er auch, das Fruchtwasser seiner Mutter hätte Rebensaft enthalten.

Aber es ist und bleibt felsenfest erwiesen, Alkohol ist kein gnädiger Gefährte. Das Leben muss man schon selbst leben und damit umzugehen lernen. Alkohol trinkt nicht Sorgen und Ängste weg, er schwemmt nur auf, wie es der einst attraktive Blonde immer wieder beweist. Doch nichts schwemmt heraus. Der Seelenschmerz bleibt, nur der Verstand zersetzt sich, wie die neueste unappetitliche Szene im Flugzeug beweist.

Um diese nun herunter zu “spielen“ drehte der Mime als sein alter Ego „Obelix“, mit seinem neuen Asterix eine ähnliche Szene nach, die sein Schauspielkollege dann auch direkt ins Netz setzte. `Her mit dem Wildschwein!´ ruft da Obelix und lässt sich weder von der Stewardess, den anderen Fluggästen, noch von seinem Kumpel Asterix aufhalten, bevor er aus dem Flieger stürmt. Ob das zum Lachen ist, sei dem geneigten Zuseher überlassen.

IGTV wünscht Gerard Depardieu und seiner Familie, dass seine blauen Augen ihn nicht so Blauäugig lassen und sich öffnen, für ein Leben ohne Alkohol.

Text: Jeanie Scholze

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